Qeshm – oder heißt die Straße von Hormus im persischen Golf schon Melania Road? Donald malt sich seine Welt. Digitalphoto on canvas | 2019-2025 | 134 x 347 cm beim artspring Berlin

Offenes Atelier am 30. und 31. Mai 2026 Raum 550 in der 5. Etage mit Aufzug am Eingang C an der Prenzlauer Promenade 148-152 in 13189 Berlin-Pankow jeweils von 14h – 18h. Auch die KollegInnen freuen sich sicher über einen Besuch.https://www.artspring.berlin/portfolio26/daniela-butsch/

Qeshm – oder heißt die Straße von Hormus im persischen Golf schon Melania road? Donald malt sich seine Welt. Digitalphoto Inkjet Druck auf Canvas Roma matt | 2019-2025 | 134 x 347 cm © DANIELA BUTSCH / VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Mit Qeshm – oder heißt die Straße von Hormus im persischen Golf schon Melania road? Donald malt sich seine Welt kommentiere ich das Zerbrechen der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstandenen, auf Kooperation und regelbasierter Ordnung beruhenden globalen Ordnung. Politische, ökonomische und gesellschaftliche Systeme geraten zunehmend in Schieflage: affektgesteuerte Politik, autoritäre Tendenzen, ökonomische Konkurrenz und globale Machtverschiebungen destabilisieren die Vorstellung eines gemeinsamen internationalen Gleichgewichts. Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der BRIICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, Indonesien, China und Südafrika – verschieben sich globale Machtachsen grundlegend. Statt neue Modelle internationaler Kooperation zu entwickeln, dominieren geopolitische Konfrontationen, wirtschaftliche Abhängigkeiten und nationale Interessen. Technologische Produktivkräfte erscheinen dabei zunehmend zugleich als potentielle Destruktivkräfte. Meine künstlerische Arbeit reagiert auf diese Entwicklungen mit digitalen Bildtransformationen, in denen geografische, politische und mediale Räume deformiert, komprimiert und übersteigert werden. Die Bearbeitung der Bilder wird selbst zur Metapher gesellschaftlicher und politischer Verschiebungen.
Das technische Bild  basiert auf einer 2019 mit der Kamerafunktion meines Mobiltelefons aus etwa 12.000 Metern Höhegeschossenen Aufnahme der Straße von Hormus. 2024 habe ich die Bilddatei als Reaktion auf symbolpolitische territoriale Umdeutungen des amerikanischen Präsidenten, konkret: seine Umbenennung des Golfs von Mexiko in Golf von Amerika, digital gepresst, gequetscht, farblich transformiert und schließlich auf eine monumentale Größe von 1,34 × 3,47 Metern aufgeblasen. Die topografische Realität wird dabei zu einem psychopolitischen Bildraum: Geografie erscheint als manipulierbare Projektionsfläche von Macht, Eitelkeit und ökonomischen Interessen.

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